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Graffiti gegen Rassissmus

In einer kleinen Gruppe aus Spraybegeisterten kam vor ca. einem gutem halben Jahr die Idee auf, eine Wand zu einem wichtigen Thema in unserer Gesellschaft zu gestalten. Wir entschieden uns demokratisch für das Thema Rassismus. Wir starteten damit uns zu informieren, Opfer durch rassistische Gewalt zu recherchieren und uns Zeichnungen zu überlegen, die zu unserem Thema passten. Jede*r entwickelte Ideen und erstellte Entwürfe, welche wir schließlich zu einem Entwurf zusammensetzten. Von jede*m kamen Vorschläge und Zeichnungen, so dass schließlich eine vielfältige, aber zusammenpassende Vorlage entstand. Daraufhin bestellten wir die Sprühdosen, welche zu unserer Farbwahl passten. Im November 2023 starteten wir mit der Umsetzung. Wir sprühten ein Straßenschild auf dem „Mohrenstraße“ steht, welches in Rot durchgestrichen wurde. Mohrenstraße ist rassistisch und diskriminierend, da der Begriff „Mohren“ als Beleidigung für Afrikaner genutzt wurde. Eine Straße in Berlin hieß so, da Afrikaner früher dort in einem Gasthaus übernachteten. Diese Straße wurde zu „Anton-Wilhelm-Amo-Straße“ umbenannt. Groß in Rot steht mittig-oben auf der Wand: „WE ALL BLEED THE SAME COLOUR“. Es war uns wichtig, unseren Standpunkt und unsere Meinung klar zu formulieren. Als wir uns Zeichnungen überlegten, fiel uns auf, dass es kaum oder nur sehr wenige Superhelden mit dunkler Hautfarbe gibt. Deshalb entwickelte einer von uns einen Entwurf von Superman mit dunkler Haut. Auch sprayten wir den Ausschnitt von Michelangelos „Die Erschaffung Adams“ (Gott lässt den Lebensfunken auf Adam überspringen), bei der wir Adam mit einer dunklen Hand darstellten. Rechts neben unserem Werk haben wir eine weiße Wand voll mit Namen geschrieben, welche tödliche Opfer von rassistischer Gewalt wurden. Auch sprayten wir Portraits der Opfer unter die graue Menschenmenge im Hintergrund, welche wir mit Stencils in S/W aus der Masse hervorhoben. Sie waren alle Opfer des rassistischen Attentats von Hanau im Jahre 2020. Dieses Graffiti war eins unserer anspruchsvollsten und ausdrucksstärksten Werke bisher. Und wir hatten als Gruppe viel Spaß bei der Umsetzung des Anti-Rassismus-Graffitis.

Text: Marlene Haug