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Drostebrief Nr. 3

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Sommer läuft gerade wieder zur Hochform auf, pünktlich zum Schuljahresende sind neue Hitzerekorde vorhergesagt. Das zeigt uns, dass es höchste Zeit für die Sommerferien ist. Wie in jedem Jahr bringt der Droste-Brief zu diesem Zeitpunkt einige Informationen zum alten und neuen Schuljahr.
Unsere Abiturienten haben uns schon verlassen. Wir freuen uns, dass alle Schülerinnen und Schüler, die zum mündlichen Abitur angetreten sind auch das Abiturzeugnis bekommen haben. Mit einem Schnitt von 2,3 haben wir auch in diesem Jahr ein erfreuliches Gesamtergebnis (langjähriger Durchschnitt in Baden-Württemberg: 2,4).

Zum Schuljahresende werden fünf Kolleginnen nach vielen Jahrzehnten an der Schule pensioniert, zusammen genommen haben sie 82 Jahre am Droste unterrichtet: Frau Baum, Frau Barg, Frau Berrai, Frau Knoll-Meyer und Frau Krauth. Sie haben unsere Schule mitgestaltet und sich in vielen Funktionen und mit großem Engagement eingebracht. Dafür danken wir ihnen sehr herzlich! Wir wünschen ihnen für die neue Lebensphase Gesundheit, Energie und Ideen für Neues und hoffen, dass wir sie zu den schulischen Veranstaltungen bei uns wieder begrüßen dürfen. Nicht ganz so lange waren die Referendarinnen und Referendare bei uns, doch auch sie müssen uns leider verlassen. Wir wünschen Herrn Bender, Frau Koch, Frau Fund, Frau Ruff, Frau Sommer und Frau Speranza alles Gute auf ihrem weiteren Weg und danken auch ihnen für das große Engagement, mit dem sie hier ihr Berufsleben begonnen haben.

Auch im nächsten Jahr bekommen wir neue Mitglieder unserer Schulgemeinschaft. Die 76 Abiturienten werden durch 98 Schülerinnen und Schüler der neuen 5. Klassen
mehr als aufgewogen – möglicherweise nicht bezüglich des Gewichts, aber auf jeden
Fall bezüglich der Zahl. Und unser Kollegium wird gleich durch 10 neue Lehrkräfte
verstärkt, die ich im neuen Jahr vorstellen werde, wenn die neuen Schüler und Eltern bei uns sind.

Auch in diesem Schuljahr haben wir zu vielen Themen intern in verschiedenen Gruppen diskutiert und Beschlüsse gefasst. So wurde beispielsweise die Hausordnung aktualisiert und die rechtlichen Vorgaben für Hausaufgaben wurden für unsere Schule ergänzt und konkretisiert. Wir haben einen Medien-Entwicklungsplan erarbeitet und verabschiedet, der als Grundlage für die nächsten Jahre beschreibt, wie wir die Digitalisierung für unsere Schule gestalten wollen. Eine wichtige Veränderung betrifft die Klassenlehrerstunden in der Mittelstufe. Aufgrund einer Vorgabe des Kultusministeriums mussten wir unser bisheriges Konzept der verbindlichen wöchentlichen Klassenstunde für die Klassen 8-10 ändern. Sie wird ab Herbst ersetzt durch individuelle Beratungsgespräche mit allen Schülerinnen und Schülern, in denen z. B. die Situation in der Klasse, das persönliche Potential oder auch Lernschwierigkeiten besprochen werden können. Für allgemeine Themen der Klasse (z. B: Planung des Bazars, Klassenfahrten) soll ein Zeitfenster von einer halben Stunde am Nachmittag (z. B: Montag 13.15 – 13.45 Uhr) reserviert werden, das aber nur an wenigen Terminen im Schuljahr belegt wird. Mit den Vier-Augen-Gesprächen erhoffen wir uns einen direkteren Kontakt, außerdem wird ein Stundenplanplatz am Vormittag frei, wodurch weniger Nachmittagsunterricht notwendig wird. Für die Klassen 5 bis 7 bleibt alles beim Alten.

Im Herbst startet die neue Kursstufe 1 nach dem neuen Oberstufenmodell. Einige Eltern werden das System von zwei- oder dreistündigen Grundkursen und fünfstündigen Leistungskursen noch aus ihrer Schulzeit kennen; in veränderter Form kommt es nun zurück. Dies stellt uns vor sehr große organisatorische Herausforderungen, weil im nächsten Schuljahr zwei Systeme in der Oberstufe bestehen und weil die vielen neuen Einzelstunden schlecht in unser Doppelstundenmodell passen. Wir werden im nächsten Schuljahr beobachten, wie sich der Alltag mit den damit notwendigen Wechseln innerhalb der Doppelstunden anfühlt und dann eventuell nachsteuern.

Ein Thema hat uns im letzten Schuljahr besonders beschäftigt und wird zunehmend
zur Herausforderung für die Schulen: Die Möglichkeiten der Smartphones und des
Internets beispielsweise bezüglich anonymer Behauptungen, Beschuldigungen oder
Diffamierungen belasten inzwischen auch in Freiburg immer mehr das Klima in vielen Klassen und an den Schulen. Auch wir am Droste wurden in zahlreichen Fällen damit konfrontiert. Wir haben nun noch mehr in Prävention investiert, werden dies auch in Zukunft tun, haben aber immer wieder den Eindruck, dass dies nicht ausreichend berücksichtigt wird. Hier müssen wir gemeinsam mit der SMV, den Eltern und dem Kollegium gegensteuern. Unser im letzten Jahr mehrfach geäußerter Wunsch, dass in der Unterstufe keine Klassenchats eingerichtet werden, findet beispielsweise leider noch nicht die nötige Resonanz. Wir werden ihn jedoch zu Beginn des nächsten Schuljahres verstärkt auch den Eltern der neuen fünften Klassen vortragen.

Nicht nur in Freiburg, sondern inzwischen in sehr vielen Ländern hat es die Bewegung „Fridays for Future“ geschafft, die Klimadebatte zu intensivieren und die Entscheidungsträger zu zwingen, das Thema endlich ernst zu nehmen. Viele von den Älteren erinnern sich an das „Waldsterben“ der achtziger Jahre und die vielen Debatten und Konferenzen, die seither mit viel zu geringem Erfolg geführt wurden. Es ist ein Verdienst der Jugendlichen, dass die Vertröstungen der letzten Jahre inzwischen nicht mehr akzeptiert werden. Kontraproduktiv finde ich es aber, dass ausgerechnet die Institution, die den Jugendlichen seit vielen Jahren in vielen Fächern Wissen vermittelt, das zur Lösung der Zukunftsfragen Grundlagen bietet nun bestreikt wird. Vorwürfe, das Thema werde in der Schule nicht behandelt oder komme seit Jahren zu kurz, sind schnell geäußert aber mit dem Blick auf unsere Bildungspläne und die Diskussionen in den Klassen auch schnell widerlegt. An den Schulen liegt es jedenfalls nicht, dass die Klimaziele nicht erreicht werden. Sicher: wir müssen noch stärker die wissenschaftlichen Grundlagen vermitteln, Argumente finden und argumentieren üben, aber dann vor allem auch die Konsequenzen für unser Handeln ziehen. Das fängt bei der Diskussion an, warum unsere Studienfahrten nicht mit dem Flugzeug nach Barcelona oder Rom führen, und hört beim täglichen Plastikmüll auf dem Schulhof auf – oder umgekehrt. Insofern begrüße ich das Engagement der Jugendlichen für „Fridays for Future“ inhaltlich, hoffe aber sehr, dass es für die große Gruppe unserer Schülerinnen und Schüler in der Zukunft über eine Vermeidung von Unterricht hinausgeht.

Mit einigen Hinweisen zum Schuljahresbeginn möchte ich enden: Das neue Schuljahr beginnt am Mittwoch, den 11. 9. um 8.00 Uhr mit einer  Klassenlehrerstunde. Hier wird dann u. a. der neue Stundenplan verkündet; Ab der dritten Stunde ist Unterricht nach Plan, allerdings ohne Nachmittagsunterricht am ersten Schultag. Die Angebote der Mittagsbetreuung beginnen voraussichtlich wieder in der zweiten Schulwoche des neuen Schuljahres, das Mittagessen in der dritten Woche. Die AGs starten nach Vereinbarung mit den AG-Leitern, die Angebote werden am Freitag der ersten vollen Schulwoche im A-Trakt ausgehängt. Am 12. 9. begrüßen wir um 8.30 Uhr unsere neuen fünften Klassen.

Mein Dank gilt allen, die auch im zurückliegenden Jahr unsere Schule zu einem lebendigen Ort gemacht haben, an dem man gut lernen und auch darüber hinaus gut leben kann. Die vielen AGs, das kulturelle Leben mit alleine drei unterschiedlichen Theaterproduktionen, Konzerten, den sehr erfolgreichen Sportlern, den Festen – all das prägt auch unsere Schule und wäre ohne das große Engagement vielen meiner Kolleginnen und Kollegen, vieler Eltern und natürlich vieler Schülerinnen und Schüler nicht möglich. Wir alle haben uns nun die Ferien verdient.

Allen, die aus unterschiedlichen Gründen mit dem Ende des Schuljahres das Droste verlassen, wünsche ich alles Gute und einen guten Start an der neuen Schule! Ich hoffe, dass alle anderen gut und gesund und mit neuer Kraft im September ans Droste zurückkehren und sich vielleicht sogar ein wenig aufs neue Schuljahr freuen.

Mit herzlichem Gruß
Martin Rupp