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Der Einzug ins neue, ins eigene Haus war für unsere Schule ein Tag der Erlösung und der Freude, und diesen Gefühlen gab auch, einige Monate später, die offizielle Feier Ausdruck — in den Reden und in einem Singspiel, wo Schülerinnen noch einmal von dem „fremden" Haus Besitz ergriffen und staunend seine „Attraktionen" entdeckten. Daß die neue Schule „die allerschönste" sein mußte, war bei dieser Gelegenheit wohl eine erlaubte Übertreibung. Es soll nicht vergessen werden, daß die Schule in dieser Feier auch der Dichterin gedachte, die ihr den Namen gegeben hatte, weder Pflichtübung noch Huldigung, sondern schlichte Besinnung auf die Droste. Feiern und Feste haben ihre eigenen Gesetze. Wenn der Alltag zurückkehrt, ist die Auseinandersetzung mit der Realität an der Tagesordnung. Nicht anders war es nach dem 17. März 1967. Und zur Realität gehörte auch das neue Haus mit der ihm eigenen Konzeption. Wir hatten während der Wintermonate bereits Erfahrungen mit dem Neubau gewonnen. Am unangenehmsten war uns die zu geringe Luftfeuchtigkeit in den Räumen aufgefallen. Auseinanderzusetzen hatten wir uns auch mit der „Offenheit" des Hauses, Ausdruck einer „offenen Gesellschaft", die die notwendige Einschränkung der Freizügigkeit der Schüler während der Schulzeit sehr erschwerte. Daher immer wieder der Ruf nach einer neuen, besseren Hausordnung!

Der Neubau bezeichnet zweifellos eine wesentliche Zäsur in der Geschichte unserer Schule. Aber das Schulgebäude gibt doch nur den äußeren Rahmen für Leben und Arbeit in der Schule ab. Das sollte sich in den 10 Jahren seines Bestehens deutlich zeigen. Eine wichtige Neuerung war im Schuljahr 1966/67 die Einführung der Koedukation, die das Gesicht der Schule fortan prägte. Das männliche Element, zunächst unterrepräsentiert, macht heute wohl die Hälfte der Schüler aus. 1966 hat die Aufnahme einer großen Zahl von Buben die Schülerzahl ansteigen lassen. Noch entschiedener bewirkte das die Auflage der Stadt für das Kurzschuljahr 1966/67 und das folgende normale Schuljahr 1967/68, alle in den übrigen Schulen nicht unterzubringenden Sextaner aufzunehmen. So kam es, daß das Droste 1967 5 Quinten und 6 Sexten hatte, das hieß 50 Prozent der gesamten Schülerzahl saß in den beiden untersten Klassen — es zeichnete sich ein aus seinen Nähten platzendes Droste-Hülshoff-Gymnasium ab! (Hinter dem Zustrom zu den Gymnasien stand eine Bildungspolitik, die hier nur mit den Stichworten „Student aufs Land" und „Gleichheit der Bildungschancen" angedeutet werden soll.)

Zur internen Notlage — Raumnot, Lehrermangel — kam nun 1968 die sogenannte Studentenrevolte, die auch die Schüler erfaßte. Hier wehte der Wind aus der politischen Ecke. Die Frage nach den Motiven, den Zielsetzungen, den Mitteln der protestierenden Studenten und Schüler kann nicht Gegenstand dieser Ausführungen sein. Es bleibt für das Droste zu konstatieren, daß es seiner stadtfernen Lage wohl verdankte, von der Unruhe und den Störungen weniger betroffen zu sein als andere Schulen Freiburgs. Es war allerdings früher Zielscheibe des Protestes als jene. Im November 1967 wurde die damals in der Schule stattfindende Religiöse Woche durch Aktionen der Humanistischen Studenten-Union unerwartet gestört. Wenn man im nachhinein den Briefwechsel zwischen Direktion, Elternvertreter, Eltern und HSU liest, erkennt man, daß zu diesem Zeitpunkt und in der anstehenden Frage es durchaus möglich war, den Standpunkt der Schule zu vertreten und Einmischung abzuwehren. In der folgenden Zeit war das wesentlich schwieriger oder gar nicht möglich. Trotzdem kam es nicht zum Chaos, wenn es auch kritische Augenblicke gab — davor wurde die Schule bewahrt durch den vernünftigen Einsatz von Schülern und Lehrern. Die Ereignisse dieser Zeit haben, wie überall, eine gewisse Veränderung des Klimas und des Stils bewirkt: ein Indiz dafür ist die von den Schülern gewünschte Abschaffung der feierlichen Schuljahrsabschlußfeier, in ihren Augen ein alter Zopf. Eine gemütliche Zeit war es nicht. Beim Durchblättern des Leitzordners mit seinen zahllosen Flugblättern, Stellungnahmen, Schülerzeitungen, Rundschreiben etc. spürt man das förmlich. Es ist jedoch tröstlich, zwischen dem Flugblatt der „Projektgruppe Internationalismus" und der Veröffentlichung des Arbeitskreises „Dynamische Demokratie" ein hektographiertes Blatt der damaligen Schulsprecherinnen: „Informationen zum Sommerfest" zu finden oder an anderer Stelle den handschriftlichen Dank einer Schulsprecherin an das Kollegium für die Mitwirkung bei den beliebten traditionellen Fasnachtsbällen. Feste wurden also immer noch gefeiert, ebenso wie Landschulheimaufenthalte stattfanden, Reisen nach Berlin gemacht, vergnügliche interne Abiturfeiern abgehalten, Wettkämpfe ausgetragen wurden. Hieran knüpfen sich für Schüler wie Lehrer viele schöne Erinnerungen — sie sollten über so viel Problematik nicht vergessen werden.