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Schulpartnerschaft mit Wiwili

Seit vielen Jahren unterstützt das Droste-Hülshoff-Gymnasium kontinuierlich
die Aktion Bildungsbaustein des Städtepartnerschaftsvereins Freiburg-Wiwili.

Die öffentlichen Schulen in Wiwili und Umgebung arbeiten unter sehr schwierigen Bedingungen: Es fehlen ausgebildete Lehrkräfte und das Geld für ihre Bezahlung, die Ausstattungen  in meist provisorischen Schulräumen sind völlig unzureichend. Damit alle Kinder lernen können, ist es dringend notwendig, dass Hilfsmaßnahmen wie Aus- und Fortbildung von Lehrkräften, Ausstattung mit Schulmaterial, Reparaturen von Schulen und Unterstützung von hilfsbedürftigen Schülerinnen und Schülern fortgesetzt und erweitert werden.

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1979

Nach 2 Jahren Bürgerkrieg in Nicaragua übernahmen die Widerstandskämpfer, die Sandinisten, nach 43 Jahren Diktatur der Somoza-Familie die Macht und verfolgten eine breit angelegte Bildungskampagne. Schulen wurden im ganzen Land gegründet, wobei diese oft in einfachen Hütten untergebracht waren; Lehrer wurden in Schnellkursen geschult, weil unter Somoza für die Lehrerbildung nicht genügend Mittel zur Verfügung gestellt worden waren.

1980

Der Freiburger Arzt Albrecht „Tonio“ Pflaum begann im Auftrag des Deutschen Entwicklungsdienstes, am Aufbau einer medizinischen Versorgung für Wiwili mitzuarbeiten.

1983

Im April 1983 wurde er von der Contra, einer von den USA bezahlten Söldnertruppe, ermordet.

1984

Gründung des Wiwili-Vereins in Freiburg. In Absprachen mit der Stadtverwaltung von Wiwili beschlossen der Freundeskreis Tonio Pflaum und der Wiwili-Verein, den Bau einer sieben Kilometer langen Trinkwasserleitung zu unterstützen.

1986

Bei der Arbeit an diesem Projekt wurde 1986 ein zweiter Freiburger, Berndt Koberstein von der Contra ermordet. Die Wasserleitung wurde mit aktiver Beteiligung der Bevölkerung von Wiwili erfolgreich zu Ende geführt.

1988

Städtefreundschaftsvertrag zwischen Wiwili und Freiburg

1989

Gründung einer Bildungsinitiative für Wiwili mit dem Namen „Bildungsbaustein“ durch Mitglieder des Wiwili-Vereins, der GEW und an Bildung interessierte Memschen, u.a. Marlu Würmell-Klauss.

1991

Gründung des Vereins ADEM in Wiwili, der für die Verteilung der Spenden zuständig ist

1993

Frau Würmell-Klauss kam als Lehrerin ans Droste-Hülshoff-Gymnasium und fand sofort Unterstützung für ihr Engagement bei Lehrern und Eltern.

1998

Die Stadt Wiwili wurde von einem Hurrikan fast vollständig zerstört. Die Schule schickte Hilfssendungen mit Kleidung und sammelte bei vielen Aktionen Geld. Die Wasserleitung blieb glücklicherweise intakt.

2003

Die „blaue Brücke“ erhält den Namen „Wiwili-Brücke“. Dort sind Gedenktafeln für Albrecht „Tonio“ Pflaum und Bernd Koberstein.

2008

Frau Würmell-Klauss reiste mit einer Schülergruppe nach Wiwili. Anschließend waren 2 Schüler für 6 Monate am Droste, einer von ihnen ist heute Lehrer in Wiwili.

2014

Eröffnung der Schule in Cachaguita; unsere Schule hatte jahrelang die Lehrergehälter bezahlt und den Neubau mitfinanziert. Heute übernimmt der Staat Nicaragua die Gehälter.

Die Spenden des Droste-Hülshoff-Gymnasiums werden regelmäßig dafür verwendet, bedürftigen Kindern Rucksäcke, Hefte und Schuhe zur Verfügung zu stellen, damit sie zur Schule können. Zusätzlich wird fast jedes Jahr ein Projekt „Bildungsbaustein“ definiert, um die Schulen in Wiwili zu erhalten. Derzeit gibt es Bestrebungen, die Städtefreundschaft zwischen Freiburg und Wiwili als Städtepartnerschaft zu etablieren.

 

Jahresbrief Wiwili 2016

 http://www.wiwili.de/cms/index.php/archiv/bildungsbausteine

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/das-geld-ist-gut-angelegt-x1x--81725390.html

 

Eine Mitarbeiterin des Wiwili –Vereins besucht eine Schule bei Wiwili

Der Tag beginnt morgens um 7.00 Uhr. Ich bin mit der Lehrerin Hulda Cadenas verabredet,  da ich die Schule in San Antonio-Palosmas besuchen möchte. Die Schule liegt in den Bergen und man braucht fast zwei Stunden, um diese zu erreichen. Der Schulweg besteht eigentlich nur aus einem schmalen Pfad, der sich ewig hinzieht. Zeitweise müssen ihn wir auf allen vieren zurücklegen, da riesige Felsvorsprünge ein normales Fortkommen unmöglich machen.  Es wird heiß, so dass man nur noch langsam vorwärts kommt, da die ungewohnte Hitze das Laufen noch weiter erschwert. Endlich haben wir die Schule erreicht. Hulda Cadenas läuft diesen Weg in die Berge jeden Tag. Die Schule sieht eigentlich eher aus wie ein Schuppen. Von außen ist sie braun angemalt, ein Stacheldraht ist um die Schule gespannt und die Fenster sind ebenfalls vergittert. Als wir ankommen, warten die Schüler schon vor der Türe.
Der Unterricht beginnt. Was mich irritiert, ist, dass zwei Klassen in diesem Raum Unterricht haben, wobei die eine Klasse in die eine Richtung schaut, die andere Klasse in die andere Richtung. Die Klassen sind in die älteren Schüler und die jüngeren Schüler eingeteilt. Es gibt jedoch nur eine Lehrerin – Hulda Cadenas. Diese unterrichtet gerade die jüngeren Schüler, wobei die älteren mit einer Stillarbeit beschäftigt sind. In einem viertelstündigem Rhythmus wird dann getauscht, die Lehrerin unterrichtet die jüngeren Schüler und gibt den älteren eine Stillarbeit. Diese Prozedur zieht sich fort bis 10.00 Uhr, da um diese Uhrzeit die Pause ist. Eine Bäuerin kommt mit einem Eimer voll „Cereales“ an, einem Getreidegetränk, dass an die anwesenden Schüler ausgeteilt wird. Anschließend bleibt noch kurze Zeit an dem schon morschen Kletterbaum zu spielen, bevor der Unterricht weitergeht. Mir fällt auf, dass die Schüler überhaupt keine vernünftigen Schulmaterialien haben. Bücher sind gar nicht vorhanden, manche haben gerade einen Zettel und einen Stift, andere nicht einmal das. Die ansonsten vorgeschriebene Schuluniform trägt hier fast kein einziges Kind, da die Eltern, die meistens Campesinos sind, sich diese nicht leisten können. Einige Kinder tragen ihre wenigen Schulsachen in einer Schüssel spazieren, da sie sich keine Schultasche leisten können, andere verstauen sie in einer Plastiktüte. Der Unterricht geht bis um 12.00 Uhr, dann gehen die Schüler nach Hause. Wir machen uns auch an den Absteig – mittlerweile ist es brütend heiß – so dass ich, obwohl es jetzt bergab geht, heilfroh bin, als ich unten angekommen bin.